Sonderausstellung: Heinz Kiwitz, Lesefrüchte – Holzschnitte zur Literatur

Bildende Kunst

Museum St. Laurentius Martinistr. 7, Duisburg

Unsere diesjährige Sonderausstellung widmen wir dem Duisburger Grafiker Heinz Kiwitz, Schüler von Karl Rössing an der Folkwangschule in Essen und sicherlich einer der bekanntesten Duisburger Künstler der „Verlorenen Generation“.

Vergessen wurde Kiwitz zum Glück nicht, wurden doch, wenn auch mit größeren zeitlichen Abständen, seine Holzstiche und -schnitte immer wieder in Ausstellungen gezeigt, da er sich insbesondere durch seine sozialkritischen und seine politischen Arbeiten gegen den Nationalsozialismus ins Gedächtnis der nachfolgenden Generation eingeschrieben hat. Kiwitz, zeit seines kurzen Lebens – er fiel 1938 im Spanischen Bürgerkrieg – politisch engagiert, vernichtete 1933 den größten Teil seiner kritischen Blätter, so daß sich hauptsächlich seine Illustrationen zu literarischen Werken und eine eigene Bildererzählung erhalten haben. Die Ausstellung widmet sich vor allem diesen Arbeiten zu literarischen Vorlagen, beginnend mit den Linolschnitten zu „Das Bildnis des Dorian Gray“ von Oskar Wilde, die Kiwitz 1927 noch als Schüler anfertigte und die so gut wie unbekannt sind. In späteren Holzstichen und -schnitten beschäftigte er sich u.a. mit Felix Timmermans‘ Erzählung „Pallieter“ (1930) oder mit dem Drama „Don Juan und Faust“ von Christian Dietrich Grabbe (1936), zu dem wir neben den acht im Werkverzeichnis aufgenommenen Holzschnitten einen neunten, bislang unbekannten, auffinden konnten. Der zur Ausstellung erscheinende Katalog, der über das Museum oder den Buchhandel zu beziehen ist, geht den literarischen Texten, die Heinz Kiwitz als Quelle seiner Arbeiten dienten, nach und stellt sie den Grafiken gegenüber. Als Jahresgaben präsentieren wir am 2. Dezember 2020 zwei Neudrucke in je fünf von zehn Exemplaren von einem Druckstock aus dem Nachlass von Heinz Kiwitz. Während der Sonderausstellung ist auch die Dauerausstellung mit Klang-, Magnet- und Gravitationsobjekten von Sándor Szombati zu sehen.

http://www.sandor-szombati.de/m-aktuelles.htm