Rutsch Bettina

Bettina Rutsch - Tanz Literatur Theater

In ihren Stücken seit 1994 geht es der Duisburger Tänzerin und Literaturwissenschaftlerin Bettina Rutsch darum, Tanz und gesprochene Literatur als gleichberechtigte Medien miteinander zu verknüpfen und in vielfältiger Weise mit weiteren Disziplinen zusammenzubringen. Dabei arbeitet sie immer wieder mit neuen Projektpartnern aus anderen Kunst- und Wissenschaftssparten zusammen, denen sie richtungsweisende kreative Impulse verdankt.
Ein sozusagen „barockes“, enzyklopädisches Interesse charakterisiert Bettina Rutschs Herangehensweise an jede ihrer künstlerischen Produktionen, die gleichermaßen Sinne und Intellekt ihrer Zuschauer ansprechen.

Abendfüllende Produktionen


2017 DANSE DE LA NUIT 2017. Ein barockes Tanz-Video-Theater.  Projekt in Zusammenarbeit mit
Sebastian Wolf (Fotografie/Video/Installation), Anna Termöhlen (Kostümdesign) und
Dominyk Salenga (Lichtdesign). Uraufführung: Explorado Duisburg. Gefördert durch den Kulturbeirat der Stadt Duisburg, das NRW KULTURsekretariat und das Ministerium für Familie, Jugend, Kultur und Sport des Landes
Nordrhein-Westfalen Mit freundlicher Unterstützung des Explorado Duisburg.


2016 BLEI ZU GOLD - Ein alchemistisches Projekt. Musik Tanz Theater.
Projekt in Zusammenarbeit mit
Hans-Joachim Heßler (Komposition/Piano), Petra Naethbohm (Blockflöte/Barockoboe), Oliver Birk (Schlagzeug),
Anna Termöhlen (Kostümdesign), Dominyk Salenga (Lichtdesign) und Martin Schmitz (Lichtobjekte).
Uraufführung: Kultur- und Stadthistorisches Museum, Duisburg. Gefördert durch den Kulturbeirat der
Stadt Duisburg. Mit freundlicher Unterstützung des Kultur- und Stadthistorischen Museums.


2015 DER SCHLAF DER VERNUNFT. Musik Tanz Theater.
Projekt in Zusammenarbeit mit Sabine Kreuer
(Inszenierung/Choreographie/Darstellung), Andreas Simon (Choreographie/Tanz), Michael Denhoff (Komposition)
David Smeyers (Klarinette), Anna Termöhlen (Kostümdesign) und Dominyk Salenga (Lichtdesign).
Uraufführung: Lehmbruck Museum Duisburg. Weitere Aufführungen: St. Maximilian-Kirche zu Ruhrort,
Friedenskirche Krefeld. Gefördert durch den Kulturbeirat der Stadt Duisburg, das NRW KULTURsekretariat
und das Kulturbüro der Stadt Krefeld.


2013 KREATUR - Eine Schöpfungsgeschichte. Musik Tanz Theater.
Projekt in Zusammenarbeit mit dem
Komponisten und Saxophonisten André Meisner. Klaus-Dieter Brüggenwerth (Idee und Koordination),
Dominyk Salenga (Lichtdesign), Tobias Rotsch (Tontechnik). Uraufführung: Karmel Kirche am Innenhafen Duisburg. Gefördert durch die Stadt Duisburg.


2013 LA SERRA DEI LEONI. Tanz Literatur Theater 
für Rolf Gildenast †. Soloprojekt in Zusammenarbeit
mit Dominyk Salenga (Lichtdesign) und Guido Bleckmann (Sounddesign). Uraufführung: KOM'MA Theater Duisburg. Gefördert durch die Stadt Duisburg.


2011/12 MEIN SCHATTEN DIENE MIR ALS SPIEGEL – ein Shakespeare-Monolog für zwei
aus König Richard III. Tanz Literatur Theater von und mit Rolf Gildenast und Bettina Rutsch.

Uraufführung: stadt.bau.raum Gelsenkirchen. Weitere Aufführungen: Gemeindehaus Ruhrort, Duisburg.
Unterstützt durch den Kulturcent des MiR/Gelsenkirchen. Gefördert durch die Stadt Duisburg.


2010 NIEOBECNE/ABWESENDE. Tanz Musik Theater. Projekt in Zusammenarbeit mit der Sängerin
Jola Wolters, dem Kontrabassisten Guido Bleckmann, dem Pianisten und Gitarristen Arne Wiegand und dem Lichtdesigner Dominyk Salenga. Uraufführung:Theater Duisburg, Opernfoyer. Gefördert durch die Stadt Duisburg.


2008 DER PROZESS. Tanz Literatur Theater nach einer Lektüre des gleichnamigen Romans
von Franz Kafka.
Soloprojekt in Zusammenarbeit mit Thorsten Töpp (Komposition), Dominyk Salenga
(Lichtdesign) und Guido Bleckmann (Sounddesign). Uraufführung: Historisches Treppenhaus des
Amtsgerichts Düsseldorf. Wiederaufnahme: Historischer Schwurgerichtssaal des Landgerichts Duisburg. Gefördert durch die Stadt Duisburg.

2006 ORPHEUS – ErinnerungVergessen. Ausstellung – Vortrag – Tanz Musik Theater. Projekt in
Zusammenarbeit mit der Schauspielerin/Sängerin Simone Dors (auch Mitarbeit Inszenierung), den Musikern
Hartmut Kracht (Komposition/Improvisation/Bass/Stimme) und Uwe Maibaum (Improvisation/Orgel/Gesang)
sowie Edith Kreth-Finkeissen (Collagen und Objekte), Angelika Stienecke (Malerei und Objekte),Dr. phil.
Alexander Wiehart (kulturhistorischer Vortrag) und Dr. med. Johannes Döser (psychoanalytischer Vortrag).
Uraufführung: Lutherkirche, Duisburg. Gefördert durch die Kunststiftung NRW und die Stadt Duisburg.
Mit freundlicher Unterstützung der Evangelischen Kirchengemeinde Alt-Duisburg.

2006 VARIANTI. Konzert – Inszenierung. Projekt in Zusammenarbeit mit dem Komponisten und Gitarristen
Thorsten Töpp, der Komponistin Dorothée Hahne (Live-Elektronik, Klangregie, Didgeridoo) und den
MusikerInnen Dorothee Becker (Stimme), Dorothee Oberlinger (Blockflöten), und Philippe Micol (Bassklarinette).
Uraufführung im Rahmen der 29. Duisburger Akzente "Woran glauben?",  Liebfrauenkirche, Duisburg.


2005 AUF SIEBENSTERNENSCHUHEN. Gedichte von Else Lasker-Schüler. Lesung Musik Tanz.
Projekt in Zusammenarbeit mit der Rezitatorin Margarete Federkeil Gaitzsch und der Flötistin Ulrike Höffkes. Uraufführung: Museum Küppersmühle, Duisburg. Veranstaltung unter der Schirmherrschaft des Oberbürgermeisters der Stadt Duisburg. Gefördert durch denBundesminister des Auswärtigen, die Stadt Duisburg und die Sparkasse Duisburg.

2004 THE MAIDEN AND DEATH. Tanz Literatur Theater. Projekt in Zusammenarbeit mit den Tänzerinnen
Mónica Delgadillo und Sabine Lindlar, der Schauspielerin/Sängerin Simone Dors und dem Ensemble Duophonie
(Petra Naethbohm/Blockflöten, Ruthilde Holzenkamp/Akkordeon). Uraufführung: Theater Duisburg. Gefördert durch die Kunststiftung NRW und die Stadt Duisburg.


2004 LADY OF THE HARBOUR. Song Dance Theatre. Open-air-Projekt in Zusammenarbeit mit der
Komponistin und Sängerin Dorothee Becker. Uraufführung: Pontonbrücke Innenhafen Duisburg. Gefördert durch die Stadt Duisburg und die Stadtwerke Duisburg AG.


2003 LABYRINTHOS. Tanz Literatur Theater. Projekt in Zusammenarbeit mit der Künstlerin
Hildegard Brill (BühnenBilder). Uraufführung im Rahmen der 27. Duisburger Akzente "ICHs", Ausstellungshalle Innenhafen Duisburg.


2002 WIDERSTEHE. Musik Tanz Theater. Projekt in Zusammenarbeit mit dem Ensemble Hekla
(Thomas Bremser/Countertenor, Petra Naethbohm/Blockflöten, Ruthilde Holzenkamp/Akkordeon,
Britta Wodarczak/Akkordeon). Uraufführung: Lehmbruck Museum Duisburg. Gefördert durch die Stiftung Wilhelm Lehmbruck Museum.


2001 O SÜSSER TROST, MEIN LEBEN - aus der hohen Zeit der Madrigale. Weltliche Musik der Renaissance für Chor und Solisten. Projekt in Zusammenarbeit mit der Camerata Vocalis (Chor der Niederrheinischen Musik- und Kunstschule Duisburg) und Dozentenensemble. Uraufführung: Museum Küppersmühle, Duisburg.


2000 ZWEI IN EINEM. Lieder von Liebe, Tod und Liebe. Projekt in Zusammenarbeit mit dem Countertenor
Thomas Bremser und der Akkordeonistin Britta Wodarczak. Uraufführung: Museum Küppersmühle, Duisburg.


2000 DIE SAGA VON GRETTIR. Tanz Literatur Theater nach der isländischen Grettis saga. Soloprojekt.
Uraufführung Deutschland: Arkadaş-Theater, Köln; Premiere Island: Loftkastalinn, Reykjavík. Gefördert durch die Botschaft der Republik Island, Berlin.


1999 WEGELAGERER. Projekt in Zusammenarbeit mit dem Autor Jens Gelbhaar. Uraufführung im Rahmen des
Kongresses "Es ist normal, anders zu sein – Zehn Jahre integrativer Unterricht im Kreis Wesel",
Kreishaussaal Wesel.


1998 SAMHAIN - Geschichten und Lieder zum keltischen Jahreswechsel. Soloprojekt. Uraufführung
veranstaltet vom Heinrich-von-Veldeke-Kreis, Gesellschaft zur Förderung gesprochener Dichtung e.V.,
Dinslaken, Dachstudio der Stadtbibliothek.


1998 AM RHEIN GRABEN. Texte, Tänze, Tiefen. Projekt in Zusammenarbeit mit dem Autor Jens Gelbhaar.
Uraufführung veranstaltet von der IGEL (Interessengemeinschaft für Literatur, Kultur und Gesellschaft e.V.,
Duisburg), Kulturzentrum Factory, Duisburg.

1997 GEFLÜGELTE BOTEN. Soloprojekt. Uraufführung im Rahmen der 1. Nacht der Poesie, veranstaltet von
der IGEL (Interessengemeinschaft für Literatur, Kultur und Gesellschaft e.V., Duisburg), Kulturzentrum Factory, Duisburg.

1996 TEXO – Ich flechte das Meer. Soloprojekt. Uraufführung veranstaltet von der IGEL
(Interessengemeinschaft für Literatur, Kultur und Gesellschaft e.V., Duisburg), Kleinkunstbühne Die Säule, Duisburg.


1995 FLUG IM DUNKLEN TURM. Eine szenisch umkreiste Lesung. Soloprojekt. Uraufführung im Rahmen
der TurmArt Geldern, Wasserturm, Geldern.


1994
AXIS MUNDI. Tanzerzählung von der entfesselten Welt. Soloprojekt. Uraufführung im Rahmen der
18. Duisburger Akzente "Macht und Moral", Gertrud-Bäumer-Halle.

 

 

Sonstige Projekte seit 2001 (Auswahl)


2016
Museum für Westfälische Literatur - Kulturgut Haus Nottbeck, Oelde-Stromberg und Westfälisches Literaturbüro, Unna.
"First Holiday" - Eine konzertante Tanzperformance nach Texten von Ralf Thenior im Rahmen der "ExtraSchicht. Die Nacht der Industriekultur 2015" in Zusammenarbeit mit DIE KULTURTECHNIKER: Ralf Werner (Idee/Komposition/Cello/Loops), Martin M. Hahnemann (Rezitation/ Schauspiel), Katy Sedna (Gesang/Sampler), Hendrik Eichler (E-Drums/Percussion).


2015
Lehmbruck Museum, Duisburg.
"Jazz with the Dragon" - Chinesische Drachenmythen & Musik-Tanz-Improvisation im Rahmen der Ausstellung CHINA 8 in Zusammenarbeit mit Xu Fengxia (Guzheng, chinesische Langhalslaute), Jan Klare (Alt- und Basssaxophon, Flöte),Anna Termöhlen (Kostümdesign), Klaus-Dieter Brüggenwerth (Idee/Koordination).
UNESCO-Welterbe Zollverein, Essen. "First Holiday" - Eine konzertante Tanzperformance nach Texten von Ralf Thenior im Rahmen der "ExtraSchicht. Die Nacht der Industriekultur 2015" in Zusammenarbeit mit
DIE KULTURTECHNIKER: Ralf Werner (Idee/Komposition/Cello/Loops), Martin M. Hahnemann (Rezitation/ Schauspiel), Katy Sedna (Gesang/Sampler), Hendrik Eichler (E-Drums/Percussion).


2014
Pfarrkirche St. Joseph, Duisburg.
Tanzperformance "Summer Stories" im Rahmen des "Platzhirsch Festivals 2014" in Zusammenarbeit mit Ralf Werner (Idee/Komposition/Cello/Loops) und Hendrick Eichler (E-Drums/Percussion).

2013
Kulturzentrum Südbahnhof Krefeld.
Tanzperformance "Tunnel Vision" im Rahmen des "forum contemporary art" in Zusammenarbeit mit Sabine Kreuer.

Botanischer Garten Duisburg-Duissern. Tanzaktion "Duissern Solitude" im Rahmen des "2. KunstraumGRÜN".

Tabakwaren und Lebensmittel A. Eroglu, Dortmund. Tanzimprovisation im Rahmen der "Trinkhallen Tour Ruhr 2013" in Zusammenarbeit mit dem Bassklarinetten-Trio DIE VERWECHSLUNG und Simon Camatta (Schlagzeug).

2012
Museum der Deutschen Binnenschifffahrt, Duisburg.
"Flut, Licht und Klangrausch". Tanzperformance in einer
Klang- und Lichtinstallation von Heinz Martin im Rahmen der "ExtraSchicht. Die Nacht der Industriekultur 2012".
Stiftung Museum Schloss Moyland. "Jorinde und Joringel". Text-Musik-Tanzperformance im Rahmen der Reihe "colla voce" mit Gesine Lersch-van der Grinten und Bettina Rutsch.

2011
Evangelische Kirche Neukirch-Egnach/Schweiz. 
Tanz Musik Performance mit Bettina Rutsch (Tanz), Erich Tiefenthaler (Flöten).

Abtei Fischbeck, Hessisch Oldendorf. "Tanzraum Kirche". Vortrag und Diskussion im Rahmen der Veranstaltungsreihe Stiftsgespräche im Kapitelsaal der Abtei Fischbeck.


2010
Glockenturm der ehemaligen Jakobuskirche, Duisburg-Ruhrort.
"Skizze zur Körperwahrnehmung im Raum". Kunst-Tanz-Musik-Dialog mit Bettina Rutsch (Tanz), Guido Bleckmann (Bass); Idee/Projektleitung/ Installation: Heike Marianne Liwa.

Hafenkult - Ateliers & Schauraum, Duisburg. "gezeichnet wie getanzt". Crossover-Projekt mit Bettina Rutsch (Tanz), Hartmut Kracht (E-Gitarre), Ilse Straeter (Tanzzeichnung), Peter Brill (Fotografie). Gefördert durch die Stadt Duisburg.
Atelier Wittekindstraße, Duisburg. "ZWISCHENWELT". Tanzperformance in einer Rauminstallation von Angelika Stienecke. Gefördert durch die Stadt Duisburg.

Fritz-Henßler-Haus, Dortmund. "Der Spiegel im Spiegel". Musik Tanz Improvisation nach vier Kurzgeschichten von Michael Ende im Rahmen des Uni Do Jazz Festivals 14. Mit Bettina Rutsch (Tanz), Hans-Joachim Heßler (Musikalische Konzeption, Piano, Keyboards, Percussion), Matthias Schubert (Tenorsaxophon).


2009
Künstlersiedlung Halfmannshof, Gelsenkirchen.
Tanzperformance zum Kunstmarkt 2009 mit Bettina Rutsch (Tanz), Hartmut Kracht (Bassgitarre).

Halle Duisburger Innenhafen und Schreinerei Dieter Stein HolzDesign, Moers. "Canción del Emperador". Tanz Musik Performance mit Bettina Rutsch (Tanz), Thorsten Töpp (Gitarre), Hans-Joachim Heßler (Piano, Keyboards, Percussion).

Vortragssaal der Volkshochschule Duisburg. "Trotzdem!" Dichterlesung und Tanzperformance mit Jean-Pierre Siméon und Bettina Rutsch.

Naturschutzgebiet Bislicher Insel, Xanten. Tanzperformance im Rahmen des Projekts "KunstArche" in Zusammenarbeit mit der Künstlerin Roswitha Lohmann.

Kunstverein Duisburg. "Chopin à la musette". Improvisationen nach Brahms, Chopin, Satie u. a.  mit Bettina Rutsch (Tanz), Piotr Rangno (Akkordeon), Alexander Morsey (Kontrabass, Tuba).


2008
Congress Centrum Mainz/Pfarrkirche St. Stephan.
Tanzperformances im künstlerischen Rahmenprogramm (Leitung: Veronika Maruhn) zum 80. Jubiläum des kfd-Bundesverbandes (Veranstaltung mit Bundeskanzlerin Angela Merkel).

2007
Gasometer Oberhausen.
Tanzimprovisation in Zusammenarbeit mit dem Saxophonisten Markus Zaja
im Rahmen des ökumenischen Gottesdienstes "Zwischen Himmel und Erde" anlässlich der Ausstellung
"Das Auge des Himmels".

Bürgermeisterhaus, Essen-Werden. "Orpheus in Bewegung". Vortrag und Tanz Musik Theater (Ausschnitte aus der Produktion "Orpheus - ErinnerungVergessen") im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Kunst und Psyche". Mit Simone Dors (Darstellung), Johannes Döser (psychoanalytischer Vortrag), Hartmut Kracht (Komposition/Improvisation/ Bass/Stimme), Bettina Rutsch (Vortrag und Darstellung).

 

2006
Hofwerkstatt Essen. "RilkeKunstDialog". Malerei, Musik, Tanz, Text und Gesang – im Gespräch mit zwei Frühlingsgedichten von Rainer Maria Rilke – im Gespräch der Künste untereinander.

TiL-Studiobühne, Stadttheater Gießen. Auftritt mit einem Ausschnitt der Produktion "The Maiden and Death" im Rahmen des Festivals "TanzArt ostwest".

2005
Universitätsclub Bonn: Aufführung der Produktion "Labyrinthos" (Kurzfassung) im Rahmen des Vortragsprogramms des 7. Bonner Symposiums 2005 "Tiefenpsychologische Integration: Kunstwerk – Körper – Traumatologie", veranstaltet von der Köln-Bonner Akademie für Psychotherapie (KBAP) in Kooperation mit DITAT e.V., Institut für tiefenpsychologische / psychoanalytische Bewegungstherapie.

Galerie KIR, Oberhausen: Tanzimprovisation in Zusammenarbeit mit dem Saxophonisten Jörg Berger zur Eröffnung der Ausstellung "ANALOG. Collagen und Objekte" von Edith Kreth-Finkeissen.

Autowerkstatt Zündfunke, Duisburg: Tanzimprovisation in Zusammenarbeit mit dem Bassisten Hartmut Kracht.


2004
Städtisches Koenraad Bosman Museum, Rees: Interdisziplinäres Performanceprojekt zur Eröffnung der
Ausstellung  "Licht Zeit Pappel" der Künstlerin Roswitha Lohmann.

Galerie Rheinhausen, Bezirksbibliothek. Tanzimprovisation in Zusammenarbeit mit dem Shakuhachi-Spieler Dirk Lützenkirchen zur Eröffnung der Ausstellung "Ritual und Mythos. Skulpturen Tanzfotografie Malerei" von Hildegard und Peter Brill.


2003
Fachklinik St. Camillus, Duisburg. Psychiatrisches Sonderkrankenhaus für Suchtkranke. Künstlerisches Rahmenprogramm mit Texten und der Choreographie "Flow my tears" (aus der Produktion
"Zwei in Einem") für die Fachtagung "Die Arena der Gefühle".

Schauspielhaus Leipzig: Teilnahme mit der Choreographie "myrkfælinn – fear of darkness" (aus der Produktion "Die Saga von Grettir") an der Endrunde "Das beste Tanzsolo", euro-scene Leipzig, Festival zeitgenössischen europäischen Theaters.


2002
Jacob Frantzen-Halle, Willich: Teilnahme mit Ausschnitten der Produktion "Widerstehe" an der
Endausscheidung um den Kulturförderpreis der Stadt Willich 2001 "Wettbewerb Choreographie".

Stadthalle Wuppertal: Künstlerisches Rahmenprogramm mit Ausschnitten aus den Produktionen
"Die Saga von Grettir" und "Widerstehe" für die Fachtagung "Evangelische Tageseinrichtungen für Kinder –
Bildung für die Zukunft".

2001
Ludwig Forum für Internationale Kunst, Aachen: Auftritt mit Ausschnitten der Produktion "Zwei in Einem" im Rahmen der 2. Aachener Langen Nacht der Museen.

Lehmbruck Museum, Duisburg: Aufführung der Musik-Tanz-Collage "Time stands still" mit dem Ensemble Hekla im Rahmen der Finissage der Ausstellung "Jawlensky in der Schweiz".

Museum Haus Lange, Krefeld: Tanzimprovisation im Rahmen der Ausstellung "Wild Walls – Fotografie und Videokunst von Teresa Hubbard und Alexander Birchler".

                          

Pressespiegel

Premieren 2013 -2017 (Auswahl)

weitere Rezensionen siehe http://www.bettinarutsch.de/Presse/Presse.html

 

Leidenschaft mit Licht und Schatten

Bettina Rutsch feierte mit ihrem neuen Tanzabend Premiere im Kindermuseum "Explorado" am Innenhafen: Ein faszinierender künstlerischer Kraftakt.


Es war eine Premiere - und diese in zweifacher Hinsicht: Zum einen gab es das neue Tanztheaterstück
"Danse de la Nuit 2017" von und mit Bettina Rutsch zu erleben, zum anderen den für derartige Veranstaltungen
sich gut eignenden Saal im Oberschoss des Kindermuseums Explorado am Duisburger Innenhafen zu entdecken.


Gleich dreifach gefördert - durch den Duisburger Kulturbeirat, das NRW-Kultursekretariat und das
NRW-Kulturministerium - und zweifach unterstützt - durch das Duisburger Theater und das Museum - erlebten
die aufmerksam und konzentriert das Geschehen verfolgenden Besucher die (leider nur) einzigen beiden
Aufführungen dieser Neuproduktion. Ein solch künstlerischer Kraftakt verdient wahrlich mehr Spieloptionen in
der Stadt! Bettina Rutschs Arbeitsweise war und ist nie halbherzig oder Routine. Die promovierte Duisburger
Literaturwissenschaftlerin, Tänzerin und Choreographin taucht stets ganz in die Tiefe eines Stoffes ein mit allen
ihr zur Verfügung stehenden Genremitteln: Dichtung und Musik, dazu bildende und darstellende Kunst. Diesmal
war die künstlerische Herausforderung gleich doppelt groß. Denn Hintergrund ihres Tanz-Video-Theater-Projekts
"Danse de la Nuit 2017", wie sie ihr im durchaus Wagnerischen Sinne genannte Gesamtkunstwerk bezeichnet,
ist ein berühmtes historisches "Multi-Media"-Spektakel: "Im Februar 1653 wurde im Palais du Louvre das
'Ballet Royal de la Nuict' uraufgeführt, unter Mitwirkung der größten Künstler der Zeit und Aufbietung aller
damals verfügbaren künstlerischen Mittel - Text, Musik, Tanz, Kostümgestaltung, Bühnenbild und Beleuchtung",
schreibt Bettina Rutsch im informativen Programmheft.

So verwendet sie in ihrer Inszenierung Ausschnitte aus dem Libretto des besagten "Ballet" von
Isaac de Benserade (1612-1691), folgt der Dichtung und seiner Dramaturgie und kombiniert diesen Text
passgerecht mit Charles Baudelaires Prosadichtung "Abenddämmerung" von 1869.

Als eine Art musikalisches Vlies greift sie auf eine Einspielung des französischen Musikologen, Dirigenten und
Musikers Sébastien Daucé zurück, der mit seinem "Ensemble Correspondances" die damalige Instrumental- und
Vokalmusik unter dem Titel "Le Concert Royal de la Nuit" rekonstruiert hat.

Bettina Rutsch: "Eine Musik von atemberaubender Schönheit, voller Spannung und geschaffen für den Tanz."
Zu Dichtung und Musik kreiert sie eine barock-anmutende bis zeitgenössische Choreografie, die von vier
Videosequenzen, produziert vom Essener "Visual Artist" Sebastian Wolf, seriell unterbrochen wird.

Schließlich steuert die Kostümdesignerin Anna Termöhlen äußerst variantenreich ein schwarzes Tanztrikot,
einen weißen Kragenmantel, ein hell-transparentes Oberteil sowie Federkopfschmuck, Lederschurz und
Pluderärmel bei. Zusammen reflektiert und kommentiert das inszenierte Genre- und Media-Mix die Handlung der
erzählten Barock-Geschichte von der Abend- bis zur Morgendämmerung: "Es ist die Zeit der Sehnsüchte,
Verlockungen und rauschenden Feste, der Liebe und der Lust und ebenso der Ängste und tagsüber verdrängten
Sorgen", so Rutsch.

So entstehen faszinierende Szenenbilder aus Licht und Schatten, die vom Wechselbad der Gefühle und der
menschlichen Leidenschaften erzählen, in deren Zentrum der Mensch steht.

Bettina Rutsch versteht es vortrefflich jene menschlichen Seelen- und Charakterzustände sprecherisch als auch
tänzerisch zum Ausdruck zu bringen und die Zuschauer für ihr Spiel zu gewinnen und zu begeistern.

Rheinische Post Duisburg, 11. April 2017

Alchemie trifft auf Stadtpfeifer-Musik

Bettina Rutschs anspruchsvolles und sehenswertes neues Tanztheaterprojekt "Blei zu Gold" richtet seinen
inhaltlichen Fokus auf die Zeit des 16./17. Jahrhunderts, kommt dramaturgisch aber in der Neuzeit aus.

Ort, Form und Inhalt vereinen sich zu einem organischen Spiel aus Musik, Tanz, Literatur und Theater.
Damit entspricht die Inszenierung der alchemistischen Weisheit, dass "Alles im Einen" ist. "Im Sommer
vergangenen Jahres führte mich mein 'Shopping-Guide' in Rom in das Labor eines leibhaftigen Alchemisten",
schreibt die Tänzerin und Literaturperformerin Bettina Rutsch im Programmheft zu ihrer neuen Tanztheater-
produktion "Blei zu Gold", die am Freitagabend im Kultur- und Stadthistorischen Museum Premiere hatte.

In einer winzigen Werkstatt, so Rutsch weiter, verwandelte dort ein Goldschmied alchemistische Symbole in
multifunktionale Schmuckstücke. Eines dieser Symbole sei die aus der antiken Mythologie stammende
Ouroboros-Schlange, die auch als kosmischer Drache bekannt ist. In der Alchemie steht sie für den in sich
geschlossenen und wiederholt ablaufenden Wandlungsprozess der Materie und symbolisiert die Wiedergeburt
und damit die Unendlichkeit und Ewigkeit.

Mit dieser kulturphilosophischen Inspiration (und einem kleinen Schmuckstück - einer Kette mit Anhänger - 
in der Hand), verließ Rutsch zunächst die Goldschmiede und dann Rom, um in Duisburg wenige Tage später
auf dem "Platzhirsch-Festival" das Konzert "The Stadtpfeiffers" in der St. Josef Kirche zu hören, welches vom
Duisburger Komponisten und Pianisten Hans-Joachim Heßler entwickelt und ausgerichtet wurde.
Das Außergewöhnliche dieser Aufführung war und ist, dass Heßler die Musik des späten Mittelalters, der
Renaissance und des Barock mit der von heute konfrontiert und kombiniert.

Diese zunächst eher zufällige Begegnung führte bei beiden, bei Rutsch wie bei Heßler, aber zu dem
unaufhaltsamen Willen, die Philosophie und Literatur sowie die Musik jener Zeit zu einem Gesamtkunstwerk zu
vereinen. Rutsch, die in der "Blei zu Gold"-Produktion für Inszenierung, Choreografie und Darstellung
verantwortlich ist, brachte dafür Anna Termöhlen für Kostümdesign und Dominyk Salenga für Lichtdesign und
Lichttechnik sowie den bildenden Künstler Martin Schmitz für Lichtobjekte mit, während Heßler, der das
Kompositionswerk schuf und das Pianospiel übernahm, Petra Naethbohm und ihre Blockflöten nebst Barockoboe
und Oliver Birk als Schlagzeuger und Perkussionist dazugesellte.

Verschiedene Holzobjekte, die verborgen golden leuchteten, das Bild eines Ouroboros ("De Lapide Philosophico"
von 1625) als Dia über dem Instrumentarium und eine Vitrine, die ein Goldkissen sowie ein schwarzes, ein
weißes und ein rotes Kleid beherbergten war alles, was Rutsch im vom Geiste Gerhard Mercators bestimmten
Museum als Bühnenraum für ihr Tanztheater benötigte. Dazu suchte sie Texte aus dem Neuhochdeutschen
eines Georg Füegers, Andreas Gryphius' oder Quirinus Kuhlmanns aus, aber auch ein Sonnet von William
Shakespeare bis hin zu zwei Gedichten von Else Lasker-Schüler und rezitierte diese verteilt über den Abend.

Das Wandelbare des Seins, genauso wie auch das Verwandelbare des Bewusstseins werden jedoch nicht allein
nur literarisch und musikalisch in dem "alchemistischen Projekt", wie Rutsch ihre Produktion im Untertitel nennt,
zum Ausdruck gebracht, sondern immer wieder auch tänzerisch bis theatralisch in Szene gesetzt.

So gelingen der Literaturperformerin herrliche assoziative Deutungsbilder, unbedeutend, ob sie eine Tanzfigur
entwirft, die Balance und Ungleichgewicht zugleich darstellt, ob sie den unteren Teil einer Blockflöte als Fernrohr
benutzt, um in den Museumshimmel und seine Sterne gucken zu können, oder ob sie mit dem Goldkissen auf
dem Rücken die Last und die Lust von Vermögen und Geld gleichermaßen thematisiert.

Rheinische Post Duisburg, 26. April 2016

Tanztheater trifft auf Bildende Kunst

Bettina Rutschs neuer Tanzabend begeisterte das zahlreich erschienene Premierenpublikum im Lehmbruck Museum. Zwei weitere Aufführungen im März an anderen Orten folgen.

Zusammen mit zwei Tänzern aus Krefeld und anderen Beteiligten schuf Bettina Rutsch eine Inszenierung,
die einem grandiosen Gesamtkunstwerk gleicht. Die Duisburger Tänzerin, Choreographin und
Literaturperformerin, die einst Germanistik, Anglistik und Philosophie studierte, promovierte 1998 über den
österreichischen Schriftsteller Hugo von Hofmannsthal. Seit 1994 entwickelt sie, ob solistisch oder mit
Künstlern anderer Sparten zusammen und an ungewöhnlichen Spielorten, teils außergewöhnliche
Kunstproduktionen im Bereich "Tanz, Literatur, Theater", den sie stets als Ganzes betrachtet.

Mit dem neuen Tanzabend "Der Schlaf der Vernunft" ist ihr gemeinsam mit den anderen Beteiligten ein
grandioses Gesamtkunstwerk gelungen, das einer szenisch-choreographischen Rauminstallation gleicht.
Denn "stille Zulieferer" dieser Produktion sind nämlich die Skulpturen Wilhelm Lehmbrucks im gleichnamigen
Museumstrakt.

Die aus Musik, Tanztheater, Kostüm- und Lichtdesign bestehende knapp einstündige Inszenierung ist
raumgreifend, ja sogar raumvereinnahmend, und schafft es, das auf dem schmalen Treppenabsatz
sitzende Publikum zum Staunen zu bringen - teils assoziativ, teils faszinativ. Eingebunden in das Projekt
sind neben Rutsch die Tänzer und Choreographen Sabine Kreuer und Andreas Simon aus Krefeld, der Komponist
Michael Denhoff aus Bonn und der in Köln lebende Klarinettist David Smeyers sowie die Duisburger
Modedesignerin Anna Termöhlen und der Lichtdesigner Dominyk Salenga, mit dem Rutsch schon seit fünf Jahren
zusammenarbeitet. Als vornehmliche Spielplattform dient die Fläche zwischen der "Knienden", dem
"Torso der großen Stehenden" und dem "Sitzenden Jüngling". Diese Lehmbruck-Skulpturen einerseits, wie
aber auch "Der Gestürzte" und der "Emporsteigende Jüngling" beispielsweise andererseits, werden durch eine
klug durchdachte Illumination in die fein poetisch und sinnlich abgestimmte Szenen-Choreografie rhythmisch
eingebunden. Somit erscheint das Thema der Inszenierung "Der Mensch im Spannungsfeld rationaler und
irrationaler Prozesse", wie Rutsch es in ihrer Projektbeschreibung zum Ausdruck bringt, jederzeit und
allgegenwärtig präsent.

Dramaturgisch aufgebaut ist die Inszenierung in eine viergliedrige Szenenfolge, zu denen Denhoff drei
thematisch passende, zeitgenössische Kompositionen beisteuert, die teils über Tonanlage ("Traumgesicht"
und "Schwarzes Ballett") eingespielt bzw. live mit einem eindringlichen Klarinettensolo ("Morgenlied") von
David Smeyers zu Gehör gebracht werden. Als szenisches Zwischenspiel rezitiert Rutsch einen surrealen
Text des 2001 verstorbenen rumänischen Dichters Gellu Naum nach dem Motto "Erkenne dich selbst".
Dazu bewegt sie eine inzwischen körperausgeleerte Schubkarre schiebend über die besagte Spielfläche.

Vom Untergang der Welt bis zu ihrem (Wieder)Erwachen spannt sich der fesselnd vorgetragene Bilderbogen
der Aufführung. Es bleibt jedoch die Frage im wortwörtlichen Raum: War das alles nur ein (Alb)Traum?

RHEINISCHE POST Duisburg, 7. Februar 2015

Kunst-Kreationen in der Kirche

 
Am Anfang war das Wort, am Schluss die Musik - und dazwischen entwickelten sich höchst sinnlich-
visualisierende Kunst-Kreationen aus Musik, Tanz und Texten. Dramaturgisch das Wort-Material von
Goethe, Hölderlin, Baudelaire und anderen Dichtern intelligent von Bettina Rutsch zusammengestellt,
choreographiert und vertanzt als auch die Kompositionen von André Meisner meisterlich musikalisch zu
Gehör gebracht, entstand als Inszenierung "Kreatur. Eine Schöpfungsgeschichte", die der Frage nachgeht:
"Was ist der Mensch?". Diese erste Zusammenarbeit zwischen Rutsch und Meisner, die Klaus-Dieter
Brüggenwerth angestoßen hat, erblickte jetzt in der Karmelkirche am Innenhafen das Licht der (Kunst-)
Welt und verdient beileibe mehr als nur zwei Aufführungen.

Ihre Augen mit grellen Lidschatten als Mix zwischen Gott und Dämon geschminkt, all ihr Hab und Gut in
einer Mülltüte zu einer Erdkugel gebündelt auf Händen tragend, betritt Rutsch den Altarraum als Bühne
und heißt das Publikum im Sinne Goethes Faust "Willkommen zu dem Stern der Stunde! (...) Es wird ein
Mensch gemacht." Zeitgleich von oben auf der Orgelrampe lässt Saxophonist Meisner mit Hilfe eines
"Live Loopers" Töne und Klänge in das Kirchenschiff fließen, die denen einer ganzen Big-Band gleichkommen.
Er selbst nennt sein einzelmusikalisches Gesamtkunstprojekt "Kreatur". Konkludenter und symbiotischer
können die Voraussetzungen zum Gelingen solcher Kreationen nicht sein.

Es sind vor allem die Details, die stimmig sind und faszinieren: So beim Song "Homunculus" von Meisner,
bei dem Rutsch ein Karneval mit Mülltüten veranstaltet, in clownesken Posen eines Harlekins sich bewegend
und mit Federmaske ausgestattet; oder bei Meisners "L'Homme Machine", wo Rutsch aus dem Werk
"Der Mensch eine Maschine" von Julien Offray de La Mettrie rezitiert und tänzerisch wie beiläufig mit einem
Klopfen am Taufbecken Literatur Musik und Menschwerdung vereint.

RHEINISCHE POST Duisburg, 26. November 2013

Ein Mosaik aus Tänzen, Musik und Texten

Das Gewächshaus der Löwen, "La serra dei Leoni", heißt das neue Tanz- und Theaterprojekt der
Duisburger Literaturwissenschaftlerin und Tänzerin Bettina Rutsch. Am Freitag war Premiere im
Kom’ma-Theater in Rheinhausen.


Für das Thema hat Rutsch sich nicht freiwillig entschieden. Im Sommer 2012 verunglückte der
Gelsenkirchener Tänzer Rolf Gildenast tödlich. Noch zwei Wochen zuvor war er mit ihr in der gemeinsamen
Shakespeare-Produktion "Mein Schatten diene mir als Spiegel" aufgetreten. Rutsch saß zum Zeitpunkt
seines Todes nichts ahnend mit ihrem Mann im Piemont in der kleinen Szene-Bar "La Serra dei Leoni".

Geschichten erfinden, gegen den unerträglichen Druck des Todes, das tun Überlebende, damit sie nicht
wahnsinnig werden. Rutsch legt ein sehr persönliches Mosaik aus Tänzen, Musik, Texten. Sie krempelt Ärmel
und Hosenbeine auf und tanzt. Sie hält Positionen, die unhaltbar scheinen, lässt ihre Muskelanspannung sehen,
flattert, geht zu Boden, entblößt sich, wringt sich aus. Die Doors verbreiten dazu musikalisch Endzeitstimmung.
Der Satz, der einen Überlebenden am härtesten trifft, stammt vom Jim Morrison, dem früh verstorbenen
Doors-Sänger: "Es wird niemals einen anderen geben als dich, der die Dinge machen kann, die du machst".

Rutsch macht ernst, zitiert aus einer alten, isländischen Saga, bläst dabei nacheinander sieben Lebenslichter
aus. Nach der Dunkelheit setzt sie neu an. Sie versucht, einen Liegestuhl aufzustellen, aber der
Klappmechanismus widersetzt sich. Sie raunzt ihren Tontechniker Guido Bleckmann an, der gibt aus dem
Hintergrund Hilfestellung.

Das Leben bestehe schlicht darin, sich zu erholen, von Waschtagen und plötzlichen Todesfällen, sagt sie aus
ihrem Liegestuhl. Dann ist es vorbei. Applaus, Verbeugung – sie fegt von der Bühne, lässt sich nicht mehr
herbei klatschen. Zuschauer wollten ihr gratulieren, sie bleibt verschwunden. Die Leute legen ihre Blumen
auf dem Liegestuhl nieder, der einsam auf der Bühne steht.

Beim Rausgehen überprüfen manche Zuschauer ihr Make-Up. Im Dunkeln sind Tränen geflossen.
"Bettina Rutsch ist eine tiefernste, radikale Künstlerin", sagt Margarete Federkeil-Gaitzsch noch ganz unter
dem Eindruck der Aufführung. "Wir werden ja heutzutage rund um die Uhr bespaßt. Da tut es gut, jemanden
zu sehen, der sich nicht vor dem Abgrund fürchtet."

WESTDEUTSCHE ALLGEMEINE ZEITUNG Duisburg, 13. Januar 2013

Vita

Bettina Rutsch, geboren 1967 in Duisburg, ließ sich ab ihrem vierzehnten Lebensjahr in verschiedenen Tanztechniken ausbilden (u. a. Ballett, Modern, Contemporary, Jazz, Butoh) und vertiefte seitdem fortlaufend ihre tanztechnischen Kenntnisse in internationalen Kursen, Workshops und Projekten.

Sie studierte Germanistik, Anglistik und Philosophie in Duisburg mit Magisterabschluss und promovierte 1998 über die „Leiblichkeit der Sprache - Sprachlichkeit des Leibes“ bei Hugo von Hofmannsthal. Weitere Veröffentlichungen von ihr befassen sich ebenfalls mit dem Themenfeld Körper/Sprache/ Identität.

Von 1989-1993 war sie Dramaturgin und Tänzerin beim Duisburger Tanztheater Ulla Weltike. Seit 1994 entwickelte sie, oft solistisch oder zusammen mit KünstlerInnen anderer Sparten und an ungewöhnlichen Spielorten, zahlreiche Produktionen im Bereich Tanz Literatur Theater, mit denen sie im In- und Ausland gastierte, z. B. in Island und der Schweiz, und zu internationalen Tanzfestivals und Choreographiewettbewerben eingeladen wurde, so etwa zum Festival TanzArt ostwest am Stadttheater Gießen und in die Endrunde des Wettbewerbs „Das beste Tanzsolo“ der euro-scene Leipzig.

Als Tänzerin arbeitete sie beispielsweise mit Royston Maldoom und Stephan Koplowitz. Außerdem ist sie seit 1993 als Tanz-Theater-Dozentin tätig, u. a. als Lehrbeauftragte für Künst-lerische Bildung/Tanz im Fachbereich Soziale Arbeit der Evangelischen Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe in Bochum und an der Fakultät für Kulturreflexion - Studium fundamentale - der Privaten Universität Witten/Herdecke.

Eine weitere Facette ihrer Tätigkeit bilden literarische Lesungen und Vorträge, wie z. B. 2011 zum Thema „Tanzraum Kirche“ im Kapitelsaal der Abtei Fischbeck, Hessisch Oldendorf.