Corona

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16.03.2020 Admin Hoyer

Was tun, wenn die freiberuflichen Jobs ausfallen? .

Corona

Als einfachste Maßnahme können alle, die alleine oder gemeinschaftlich prekär leben, sich sofort beim Jobcenter anmelden. Ohne falsche Bescheidenheit (ich hab ja noch 2.000 € Erspartes ...), auch nicht aus Unwissenheit:

"Wie viel Erspartes ist bei ALG 2 vertretbar? Dazu hat das Sozialgesetz eine einfache Regel aufgestellt.
Nicht angerechnet werden:
  • 150 Euro je vollendetem Lebensjahr, aber mind. 3100 Euro
  • angemessene Altersvorsorge
  • ein Freibetrag von 750 Euro pro Person in der Bedarfsgemeinschaft"
(https://www.hartz4.de/ersparnisse/)

Das ist – und hier sind die Älteren mal im Vorteil :) – gar nicht wenig. Z.B. gilt für eine*n 40-Jährige*n: 40 * 150 € + 750 € = 6.750 € Freibetrag. Und ein ALG-II-Antrag ist vergleichsweise einfach, in einem halben Tag erledigt. Und als Freiberufler*in gilt er für 1/2 Jahr – innerhalb dieser Zeit, insb. wenn im Antrag "Corona" als nur temporärer Grund des Finanzmisere angegeben wird, wahrscheinlich nicht einmal eine Gesprächseinladung erfolgen wird. Dafür gibt's dann (bei 0 bis 100 € eigenem monatlichen Verdienst) vom Jobcenter 1.) komplette Mietzahlung, 2.) komplette Heizkostenübernahme, 3.) 6 * 432 = 2592 Euro HzL. Zufütterung der monatlichen Ausgaben durch Erspartes sind kein Problem. Einen besseren, jetzt bereits garantierten staatlichen Rettungsschirm für uns prekär beschäftigte Künstler*innen kenne ich aktuell (leider) nicht.

Ergänzung: Auch Menschen, die über 100 €/Monat verdienen, haben die gleiche Möglichkeit, als Aufstocker*innen. die Verdienst-Freibeträge erhöhen sich dann ein wenig: um 20 % des über 100 € Verdienten. also z.b. Einkommen 600 €/Monat: 100 € ganz frei, von den weiteren 500 € 20 % = nochmal 100 €.

Danke an Stefan für die schnelle Zusammenstellung der Infos!