Stand der Dinge im Soziokulturellen Zentrum Stapeltor

17.12.2020 Daniel Jung

Fleißig gewerkelt wird am Stapeltor. Wir baten Christian Wagemann vom Trägerverein 47 zum Interview, der uns bereitwillig auf den neuesten Stand in Sachen Soziokulturelles Zentrum brachte. .

Stand der Dinge im Soziokulturellen Zentrum Stapeltor

1) Wie läuft der Umbau, wie kommt ihr voran?
Wir kommen gut voran. Auch wenn sich natürlich wegen Corona einige Lieferungen und Aufträge verzögern, können wir durch freiwilliges Engagement viel auffangen und sind zuversichtlich, dass wir im Februar/März mit dem Umbau fertig sind.

2) Was macht die Corona Situation mit euch? Wie geht ihr damit um?
Zum einen hat Corona natürlich komplett unsere Planung über den Haufen geworfen. Wir wollten eigentlich mit offenen Bautagen und ganz vielen Helfer*innen, mit Musik und gemeinsamem Mittagessen die Bauphase in wenigen Monaten noch 2020 schaffen. Dann kam alles anders, aber wir konnten gut darauf reagieren. Zum einen haben wir ein Hygienekonzept auch für das Mithelfen am Bau entwickelt und im Sommer einige corona-konforme Bautage organisiert - und um die vielen Helfer*innen zu ersetzen, die leider nicht (gleichzeitig) kommen dürfen, konnten wir glücklicherweise auf die Erfahrung und freigewordene Zeit zweier befreundeter Handwerker zurückgreifen, die gemeinsam mit der Baugruppe in den letzten Monaten viel geschafft haben. Zum anderen konnten wir uns (als Trägerverein 47 e.V.) in den letzten Monaten intensiv mit Organisationsentwicklung, Weiterbildung, Konzeptentwicklung und Beratung beschäftigen. Wir haben uns in vielen Bereichen fortgebildet und Arbeiten derzeit an förderfähigen Konzepten, beispielsweise für kulturelle Bildung. Das ist auch alles Teil der "Erprobungsphase" und in dieser Hinsicht haben wir viel erprobt, gelernt und entwickelt.
Unser Ziel ist, im Frühjahr gemeinsam mit den Kulturbetrieben die Erprobungsphase zu evaluieren, unser Finanzierungskonzept fertigzustellen und den kommunalen Förderbedarf der Politik vorzulegen. Das alles während einer Pandemie, das sind natürlich spannende Zeiten, vor allem, weil wir schon etwas Druck verspüren, diesen Frühling endlich Programm zu liefern, damit der Rat der Stadt dann auch (hoffentlich vor der Sommerpause) unsere langfristige Finanzierung beschließt.


3) Wenn du jetzt mal in den Kalender schaust, wann denkst du, wird der Betrieb aufgenommen?
Wir sehen eine Fertigstellung des Baus im März als realistisch an. Gleichzeitig planen wir schon jetzt einen Eröffnungsmonat im Mai. Mit Fördermitteln vom Bundesprogramm "NEUSTART KULTUR" können wir flexibel planen und zur Not auch unter starken Einschränkungen ein vielfältiges Programm auf die Beine stellen.


4) Welche inhaltlichen Dinge plant ihr für die Zeit, wenn es los geht?
Im Stapeltor kann und wird viel unterschiedliches passieren. Auch unter Corona-Bedingungen ist hier vieles möglich. Konzerte, Theater, Diskussionsveranstaltungen mit begrenzter Bestuhlung - oder als Livestream. Aber auch Workshops und Arbeitstreffen von Künstler*innen und Initiativen werden ab April im Stapeltor möglich sein. Unklar ist bisher unter welchen Bedingungen, aber wir werden auf die verschiedenen Corona-Szenarien vorbereitet sein und haben schon Hygienekonzepte vorbereitet. Sollte es einen verlängerten Kultur-Lockdown geben, werden wir schauen, wie wir das Stapeltor, unser Filmteam und unsere neue Videoplattform auch anderen Künstler*innen und Kulturschaffenden zur Verfügung stellen können. Egal was kommt, ihr könnt euch auf die Eröffnung freuen ;)

Wenn ihr ungefähr wissen wollt, was im Stapeltor alles stattfinden kann, dann schaut gerne unseren Film über das Ladenprojekt 47, wo wir auf kleinen 120qm 2019 ein Jahr lang sowas wie den Prototyp des Stapeltors ins Leben gerufen haben.
https://vimeo.com/337738190


5) Wie läuft eigentlich die Zusammenarbeit mit der Stadt Duisburg?
Die Zusammenarbeit läuft seit Beginn der Förderung super konstruktiv. Frau Hoell, Frau Schröder und Daniel Jung stehen uns bei Abrechnungsfragen zur Seite und wir treffen uns regelmäßig zu Austausch- und Beratungsgesprächen. Kürzlich haben wir den Zwischenbericht zur Erprobungsphase eingereicht und Anfang 2021 wollen wir uns mit der neuen Kulturdezernentin und den kulturpolitischen Sprecher:innen der Fraktionen zusammensetzen, um über die Zukunft zu sprechen. Ich glaube wir haben auch einen professionellen Eindruck hinterlassen, dass wir verantwortungsvoll mit den städtischen Fördermitteln umgehen und hier echt was tolles für alle Duisburger*innen schaffen. So hoffen wir natürlich, dass über die enge Zusammenarbeit mit dem Kulturbüro ein guter Draht zur Politik besteht, damit wir durch einen weiteren Ratsbeschluss über die langfristige kommunale Basisfinanzierung frühzeitig Planungssicherheit für die Zeit nach der Erprobungsphase (Ende Juli 2021) bekommen.


6) Gibt es noch was, was du hier gerne loswerden möchtest?
Zwischen Weihnachten und Neujahr launchen wir unsere neue Webseite, präsentieren das Stapeltor-Logo und senden die erste Folge "StapelTV" mit musikalischen, kreativen und inhaltlichen Beiträgen. Wir hatten viel Spaß beim Dreh mit dem Filmteam um Ellen Trenn, die auch schon den Film über unser Ladenprojekt in der Altstadt gedreht hat. Wenn ihr neugierig seid: folgt uns auf Facebook oder Instagram (@stapeltor_du) oder schaut auf www.stapeltor.de vorbei.