"Waldbaden" im SG1

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16.03.2020 Lara-Sofie Boland

In diesem Artikel erhalten Sie einen kurzen Einblick in die Ausstellung "Waldbaden" im Rahmen der Duisburger Akzente "Glück" 2020. .

"Waldbaden" im SG1

Die Idee der Ausstellung „Waldbaden“ zu den 41. Duisburger Akzenten, stammt von der Künstlerin Christina Böckler.

     Bei Bekanntgabe des diesjährigen Themas der Akzente „Glück“, dachte sie darüber nach was
     sie den glücklich macht. Ihr wurde bewusst, dass der Wald für sie Glück bedeutet. Ein Spaziergang
     durch die Natur fernab von dem Menschentrubel und Lärm der Stadt. Einfach die Stille genießen
     und die Verbundenheit mit der Natur zu spüren.

     Durch diese Gedanken wurde das Thema der Ausstellung geboren. Sie wollte den Wald in die Stadt,
    zu den Menschen holen. Für jene, die keine Zeit haben in den Wald zu gehen, um auszuspannen.
    Die Basis der Ausstellung der drei Künstlerinnen des SG1 besteht aus fünf Baumstämme, verschiedenster
    Bäume, der Buche, der Fichte, der Esche, der Birke und dem Stamm eines Kirschbaums.

 

Die Ausstellung „Waldbaden“ ist ein Mitbringwald. Hier darf jeder das mitbringen, was er selbst mit dem
Thema Wald verbindet. Jeder hat somit die Möglichkeit sein Glück mit den anderen zu teilen und einmal
selbst ein Künstler zu sein, wenn auch nur für eine kurze Zeit. So entsteht ein gemeinsames Kunstwerk
verschiedenster Materialen und Arten.
Frau Böckler sagte: „Geteiltes Glück ist vielfaches Glück.“

Eine Klimaaktivistin brachte eine Baum mit dem Titel „Der letzte Baum mit“. Damit wollte sie darauf aufmerksam
machen, wie schnell der Klimawandel voranschreitet und das, wenn wir so weiter machen, es bald keinen Wald
mehr geben wird. Wir zerstören die Natur ohne Rücksicht auf irgendwen oder irgendwas zu nehmen.

 

   

     Ich denke gerne an meine Kindheit zurück. Wir verbrachten jede freie Minute im Freien und am Wochenende standen Waldspaziergänge mit der ganzen Familie an. Als wir Kinder              waren erzählte man uns von den kleinen Bewohner des Waldes, schüchterne Wesen, die sich nur denen offenbaren, welche den Wald respektieren und
    sich ihm nahe fühlen. Diese zwei Figuren erinnern mich daran. Die kleinen Wesen sind da, aber werden von vielen nicht gesehen, da wir der Natur nicht genügend Beachtung                      schenken. Wir nehmen uns nicht die Zeit in die Natur zu gehen und einfach mal die Stille zu genießen und abzuschalten. Wenn ich heute sehe wie das Leben der Kinder
    aussieht, dann spielt die Natur fast keine Rolle mehr, nur noch zocken und posten. 
    Das sind die aktuellen Lebensinhalte der meisten Kinder.

 

 


Die Elektronik hat überhand in unserem Leben genommen. Social Media ist für viele bedeutender geworden,
als der reale Kontakt zu Personen. Auch in der Ausstellung lässt sich dieser Aspekt wieder  finden.                                                                                                                           
                                                        Ein Tablett zwischen Ästen. Versteckt, aber dennoch präsent und nicht mehr wegzudenken. Es ist für viele von uns
unvorstellbar einfach mal nicht erreichbar zu sein. Da sollten wir uns mal fragen, ob dass das ist was wir  wollen.                                                                                                                                                       
                                                                                       

 

 

 

 

Eine Besucherin beschrieb ein Kunstwerk als „Mobile der Natur“. Die Basis bildet ein Stück Ast und

die einzelnen Elemente des Mobiles werden durch kleine Bildchen mit Naturmotiven ergänzt.                                      

Mit einer Lupe hat man die Möglichkeit die Bildchen genauer zu betrachten. Die kleinste Einzelheit zu erkunden,

welche man in der echten Natur meist übersieht.

                            „Glück ist kein Zustand sondern eine Anzahl von Momenten über das Leben verteilt“

Auch in unserem Leben sollten wir auf die kleinen Dinge achten. Diesen wird meist zu wenig Beachtung geschenkt.

Für uns sind viele Dinge selbstverständlich, welche für andere etwas ganz Besonderes und Bedeutendes im Leben ausmachen.

Um das Glück im Leben zu finden sollte man auch die zuerst unbedeutend erscheinenden Dinge lernen wertzuschätzen

und nicht für selbstverständlich zu erachten.

 

      Vor diesem Kunstwerk verweilte ich einige Minuten. Im ersten Moment dachte ich an einen Waldgeist.

    Bei längerem Betrachten wirkte es auf mich wie eine Hüterin des Waldes. Ein Gewand aus den verschiedensten

    Grüntönen und Arme wie herabhängende Äste. Das Gesicht wirkt freundlich und scheint mich anzulächeln.                                          

    Die Skulpturen faszinieren mich und stimmen mich zugleich auch nachdenklich.                                                                   

    Ich sehe Parallelen zu meinem Leben. Auf den ersten Blick kann etwas hässlich oder furchteinflößend wirken,

    aber wenn man sich genauer damit auseinander setzt, kann man das Schöne in Jedem sehen.                                    

    Wir sind meist unter Stress und erfassen unsere Umgebung und Mitmenschen nur flüchtig. So bleibt uns das Schöne,

                                                    das Besondere und Einzigartige von jemanden oder etwas meist verborgen.                 

 

Die Künstlerin Elke Frieding hat etwas ganz Persönliches zur Ausstellung beigetragen, Haikus. Viele von euch wissen bestimmt nicht was das ist. Ein Haiku ist ein Gedicht nach japanischen Vorbild, dass eine einmalig erlebte Situation in der Natur festhält. Es kann als eine Art Horoskop gedeutet werden. Sollte der Haiku auf dich zu treffen, kannst du ihn behalten. Wenn du denkst es ist nicht deins, falte den Zettel längs, bis er ganz schmal ist. Nun kannst du ihn an einen Ast binden und das Geschriebene dem Schicksal zurückgeben.                                                                                                                              

Ein Haiku kann nicht allgemein gedeutet werden. Für jeden hat er eine andere Bedeutung.

Winzig zarte

Knospen an Birkenzweigen

Aufbruch erwartend

 

Frag dich mal selbst, wann du das letzte Mal in der Natur warst? Hat es dich beruhigt? Warst du danach entspannter und glücklicher?     

Denkst du nicht auch, dass die Natur in deinem Leben eine größere Rolle spielen sollte?!

Eigentlich würde die Ausstellung noch bis zum 28.März.2020 laufen, aber aufgrund der aktuellen Lage wurde die Ausstellung vorzeitig geschlossen.

                                                                                                                                                                                                                                                         Lara-Sofie Boland

Weitere Informationen finden sie unter folgenden Link:

https://waldbaden.webnode.com/

 

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