ROSE and THE WAR

Transmediales

Alte Brotfabrik Arnold-Overbeck-Straße 58, Duisburg-Beeck

Terminverschiebung von ursprünglich Mai auf jetzt Oktober wegen Corona:: Das szenische Live-Hörspiel ROSE inmitten der Antikriegsausstellung THE WAR in Erinnerung an den 75. Jahrestag vom Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa und der Befreiung vom Nationalsozialismus am 8. Mai.

ROSE von Martin Sherman (Deutsch von Inka M. Paul) ist ein szenisches Live-Hörspiel mit Esther Krause-Paulus (Stimme) und Ute Völker (Akkordeon) unter der Regie von Olaf Reifegerste. „‘Shiv’a‘-Sitzen für die Welt von gestern, heute und morgen“: Das ist die Kernbotschaft des Monodramas „Rose“, das der amerikanische Autor Martin Sherman geschrieben hat und 1999 in London als Theaterstück uraufgeführt wurde. Es ist die Geschichte einer 80-jährigen Jüdin, die Witz, Humor, Weisheit, Geist, Gefühl, Sinnlichkeit, Tiefe und Lebenskraft in sich vereint. Sie erzählt vom Untergang der jiddischen Kultur, vom Leben im Warschauer Ghetto, von der Entfremdung zwischen Israelis und Juden aus der Diaspora, von der Sehnsucht nach Heimat, von der Tatkraft zum Neuanfang, von der Hoffnung in Frieden und Versöhnung zu leben und von einer unerfüllten bis tragischen Liebe. Olaf Reifegerste hat aus dem Originaltext eine hörspieltaugliche Fassung erarbeitet, die unter seiner Regie von Esther Krause-Paulus gesprochen und gespielt sowie von Ute Völker vertont und musikalisch begleitet wird.

THE WAR von Cyrus Overbeck ist eine Rauminstallation, die den bisher wenig beachteten Zusammenhang aufgezeigt, dass für die vom Nationalsozialismus verfolgten Menschen jeder Luftangriff die Hoffnung auf eine baldige Befreiung aufrechterhielt. Overbeck zeigt diesen Perspektivwechsel in einer dramaturgisch intelligent gebauten und gehängten Ausstellung auf bewegende bis beeindruckende Art und Weise. Auf seinen Druckgrafiken zu sehen sind unter anderem Erich Maria Remarque, Bertolt Brecht und Felix Nussbaum, die Jungfrau Maria und der Hitler-Attentäter Graf Stauffenberg sowie als Triptychon Willy Brandt anlässlich des Warschauer Kniefalls 1970 (im goldenen Bilderrahmen) zusammen mit Adolf Hitler und Hermann Göring als Radierungen an Klemmbrettern. Des Weiteren zeigt die Ausstellung eine Arbeit zweier Soldaten, die sich begegnen. Als Bildunterschrift dazu heißt es von Overbeck schlicht und einfach formuliert: „Thank you!“ – nicht mehr, aber auch nicht weniger.