Doppelausstellung abstrakter Malerei

09.03.2022 Lothar Janssen

Lothar Janssen, der mehr als 30 Jahre als Kunstlehrer am Duisburger Mercator-Gymnasium gearbeitet hat, und der gebürtige Düsseldorfer Peter Drießen laden zu ihrer ersten gemeinsamen Ausstellung ein. Vom 26. März bis zum 30. April 2022 zeigen sie mitten in der Krefelder City auf der Königstr. 85 neue Arbeiten. Die Ausstellung wird am Freitag, den 25. März um 18.00 Uhr eröffnet. .

Doppelausstellung abstrakter Malerei

‚Den Zufall gestalten‘ lautet das Motto des Künstlers Lothar Janssen. Bereits in der technischen Umsetzung der Malereien ist dieses Prinzip verankert: Abklebungen, mehrschichtige Übermalungen, durch Abdrücke entstehende Strukturen und mit der Rakel gezogene Farbflächen.

Bei seinen 2020/21 gearbeiteten ‚Lineaturen‘ hat Janssen immer wieder neue Linien geklebt und mit lockerem Pinselstrich sich vielfach überlagernde Farbflächen angelegt. Erst im Prozess des Ablösens der geklebten Flächen entsteht das fertige Bild. Erst dann entwickelt es seine Gesamtwirkung und öffnet sich dem Betrachter.

In einer Weiterentwicklung seiner Technik folgt 2021 eine Serie von Zeichnungen. Auf Transparentpapier aufgetragene Farbspuren sind mit Tinte, Tusche und Farbstiften bearbeitet und verdichtet. Aktuell bestimmen starke Farben Janssens Schaffen. Auf großformatigem Zeichenkarton stehen weich fließende Farbflächen im Kontrast zu scheinbar ordnenden Liniengefügen.

In der Arbeitsweise völlig konträr dazu stehen die an die Op Art angelehnten Bilder von Peter Drießen. Linien, Kreise, Punkte, Wellen und Winkel bilden seinen formalen Kosmos. In unzähligen Variationen entfaltet er seine künstlerische Idee. Nichts bleibt dem Zufall überlassen. Bis ins letzte Detail sind seine Arbeiten konstruiert, kontrolliert, auf Winkel und Maß berechnet. Dies spiegelt sich auch in der Wahl der Farbtöne, in der Balance wie im Kontrast. Und dennoch: Die Arbeiten sind mit der Hand gemalt, feine Linien in höchster Konzentration und fast meditativer Ruhe auf die Leinwand gesetzt.

Ganz anders ergeht es dem Betrachter. Wenn er sich auf Drießens serielle Grafiken einlässt, sie länger anschaut, gerät die Welt in Schwingungen. Linien und Flächen scheinen sich zu bewegen, zu fließen, beginnen zu flimmern: Optische Täuschung, Irritation der Wahrnehmung.